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Einladung zur Vortragsreihe "Die Schuld der Kunst" während des Wintersemesters 2011/12
Nächster Vortrag am 31.01. um 18 Uhr c.t., HS A
Liebe Studierende, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Osteuropa-Instituts,
im Wintersemester veranstalten die Arbeitsbereiche Recht und Kultur eine Vortragsreihe zum Thema "Die Schuld der Kunst".Aus rechts-, kunst- und kulturwissenschaftlicher Perspektive werden sechs RednerInnen der Frage nachgehen, wie die paradoxe Konzeption einer Kunst zwischen gesetzlichem Schutz und Strafe Ästhetik wie Rechtsprechung gleichermaßen herausfordert. Die Schwierigkeit, dort Recht über Kunst zu sprechen und ihr eigene Rechte zuzusprechen, wo sie sich verdächtig macht, zeigt, wie Kunst als Gegenstand der Rechtsprechung bereits schuldig gesprochen ist. Das Verhältnis von Kunst und Recht beschäftigt Künstler wie Richter in Osteuropa in den letzten Jahren zunehmend. An Moskauer Prozessen gegen Künstler und Kuratoren der jüngsten Zeit wird deutlich, wie Gerichte durch extensive Auslegung der Schranken der Kunstfreiheit Handhaben gegen unerwünschte künstlerische Aktivitäten gewinnen. Dies lässt nach dem Verhältnis zwischen Kunst und anderen Bereichen der Kultur und nach Voraussetzungen und Grenzen einer legitimen Beschränkung der Kunstfreiheit fragen. Welche der Grenzen der künstlerischen Betätigung, die zugleich auch kulturelle Grundlagen für die Entwicklung des Verfassungsstaats liefert, sind ihrerseits durch das Recht sanktioniert? Wo endet die Zuständigkeit des Rechts für Beurteilung von Kunst?
Programm:
15. November 2011
Herwig Roggemann (Berlin): Hessenlöwe und Justizschweinchen im Tartanland – rechtliche Grundlagen und Grenzen der Meinungs- und Kunstfreiheit
13. Dezember 2011
Caroline v. Gall (Köln): Kunstfreiheit in der russischen Verfassungspraxis am Beispiel des Falls ‚Ostorožno, religija!‘
17. Januar 2012
Sandra Frimmel (Zürich): Schlangenbrut, Verschwörer und (de)maskierte Feinde. Über Ähnlichkeiten zwischen den heutigen russischen Kunstgerichtsprozessen und den sowjetischen Schauprozessen
31. Januar 2012
Sylvia Sasse (Zürich): Bei Selbstreferentialität Freispruch?
Über (Selbst)verteidigungsstrategien vor Gericht
7. Februar 2012
Pavel Chikov (Kazan’): Criminal Prosecution of Artists in Russia. A Legal Analysis
Ort: Osteuropa-Institut, Garystr. 55, Hörsaal A
Zeit: 18:15 Uhr
Sie sind herzlich eingeladen wir freuen uns auf Sie!
Burkhard Breig und Susanne Strätling